Unsere Träume – Das Beispiel Robert Louis Stevenson

Square

In seinem Buch ≫Across the Plains≪ schrieb Robert Louis Stevenson ein Kapitel über Träume, das seine eigenen Erfahrungen enthält. Unmittelbar vor dem Einschlafen gab er seinem unterbewussten Geist durch Suggestion eine bestimmte Richtung. Dadurch konnte er lebhafte Träume hervorrufen, die ihm bei seinem literarischen Werk halfen.

Stevenson verdankte die meisten seiner bedeutenden Bücher der kleinen Völker, dass das innere Theater des Menschen lenkt. Er bestätigte, dass die geistige Aktivität des Unterbewussten an die Oberfläche kam, während er schlief. Er ließ sich nicht davon abbringen, dass sein sogenanntes ≫kleines Volk seine Erzählungen schuf oder gestaltete und dass dieses Material seinem wachen Geist klar eingeprägt wurde.

Wie die meisten Schriftsteller erlebte auch Stevenson eine Zeit, in der sein Name noch nicht genügte, um bei Verlegern oder Zeitungen ein Manuskript loszuwerden. Während dieser Zeit befasste er sich mit einer Geschichte, die er ≫Die Reisegesellschaft≪ betitelte. Sie gründete auf das Thema einer gespaltenen Persönlichkeit, deren eine Hälfte gut und deren andere böse war. Er vollendete die Geschichte und schickte sie einem Verleger, der sie sofort mit der Bemerkung zurück­ schickte: ≫Das ist ein genialer Wurf, aber die Ausführung ist sehr schwach. ≪

Stevenson las die Geschichte wieder und erkannte seine eigene Unfähigkeit, die Ausführung zu verbessern. Wochenlang war er untätig. Die unverkaufte Geschichte verstaubte, statt dem Schriftsteller das dringend benötigte Geld zu bringen. Da erinnerte er sich seiner Fähigkeit, starke Handlungen in seinen Träumen hervorzurufen, bei denen er als Zuschauer danebenstand und beobachtete, wie sich die Handlung entfaltete. Konnte dieser außergewöhnliche geistige Prozess ihm in seiner schlimmen Situation helfen?

Enttäuscht und sorgenvoll im Hinblick auf seine finanzielle Lage las Stevenson eines Abends vor dem Schlafengehen noch einmal seine Short Story. Sein unterbewusster Geist wurde aktiv, und in derselben Nacht beobachtete er im Traum die Entwicklung einer fesselnden und dramatischen Handlung. Schnell stand er auf und hielt sie schriftlich fest. In dem ungewöhnlichen Drama, das durch seinen Geist zog, sah er das Thema der Doppelpersönlichkeit in einer Handlung vor sich, die ihm zum Ruhme verhalf und Millionen Menschen Stunden schauriger Spannung verschaffte. Es war die inzwischen international bekannt gewordene Geschichte von

≫Dr. Jekyll und Mr. Hyde≪.

Viele Lyriker und Prosaschriftsteller verdanken, wie sie selbst zugeben, ihre Gedichte und Geschichten ihren Träumen. Auch Kuhla Khane, die bemerkenswerte, unvollendet gebliebene Dichtung von Samuel Taylor Coeridge, on de m n sagt, sie sei im englischen Sprachbereich einzigartig an Bildhaftigkeit und Suggestionskraft, verdankt ihr Entstehen einem Traum. Der Traum hörte auf, während Coleridge an dem Werk schrieb, und er war nicht mehr in der Lage, es zu vollenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.