Wenn du einem Impuls hast, dann folge ihm

Es gibt dieses Gefühl wahren Wissens. Ein Wissen, das einen Dinge tun lässt, die fernab der Vernunft liegen. Ein warmes Wissen, das einen zu jeder Zeit durchströmt, begleitet von dem Gefühl, dass alles gut is. Ich bin sicher! Es sind unsere Impulse oder auch Reflexe. Und aus Erfahrung heraus muss ich sagen, es gibt wahrhaftige Impulse, aber auch die Art von Impulsen, die da sind, weil wir jetzt unbedingt einen Impuls haben möchten. Ein erzwungener Impuls, der von unserem Bewusstsein und oftmals durch Ungeduld gesteuert wird, während ein echter Impuls aus unserem Unterbewusstsein kommt.

Das klassische Beispiel,- der Arzt schlägt mit seinem kleinen Hämmerchen auf eine Sehne unterhalb der Kniescheibe, automatisch wird der Reflex ausgelöst und der Unterschenkel folgt diesem und schnellt in die Höhe. Natürlich kannst du auch zuhause sitzen, deinen Unterschenkel auch so in die Höhe schnellen lassen und behaupten, dass es aus einem Reflex heraus geschah. Aber eigentlich weisst du, dass es sich dabei einfach nur um deinen Willen gehandelt hat, dem dein Bein in dem Moment unterlag. Reiner Reflex und bewusste Steuerung sind zwei verschiedene Dinge. Man kann das erweitern und erklären: Eine willentliche Steuerung folgt einem Denkprozess im Gehirn, während Reflexe oft direkte Antworten vom Rückenmark sind, d.h. der auslösende Impuls kommt gar nicht beim Gehirn an und kann somit auch nicht so leicht unterdrückt werden. (Nicht so leicht deshalb, weil du z.B. deine Muskeln so stark anspannen kannst, dass der Reflex nur noch sehr schwach wirkt, aber dazu musst du den Reiz erwarten und dich darauf vorbereiten).

Wenn du einem Impuls hast, dann folge ihm – naja, vielleicht denkst du lieber nochmal drüber nach

Echte Impulse sind wie Pfeile, die zielsicher treffen. Die also, wenn wir beginnen, aus ihnen heraus ins Handeln zu kommen, immer zur Wunscherfüllung führen. Für mich sind sie vergleichbar mit Kurzschlusshandlungen im positiven Sinne, die einen einfach losmarschieren lassen. Plötzlich ist der Impuls da, von einer Sekunde auf die andere, und ehe wir uns versehen oder Zeit hatten, darüber nachzudenken, was wir gerade tun (und ob wir das jetzt wirklich wollen, denn die Zeit uns diese Frage zu stellen haben wir gar nicht), befinden wir uns schon mitten drin. Es ist wie bei dem Kugelstoßpendel. Rechte Kugel der Impuls – linke Kugel wir. Der Impuls, der immer als erstes losgeht, sorgt dafür, dass wir, nachdem er aufgetroffen ist, auf der anderen Seite in Bewegung geraten. Es ist einfach so, ohne es zu hinterfragen.

Nehmen wir die ungeliebten Briefe, die wir verbannt haben, um sie nicht sehen zu müssen, weil sie uns Magenschmerzen bereiten. Mit einem Mal holen wir die Kiste raus, ignorieren das panische „ich weiss nicht, ob ich das jetzt grad kann“ in uns und haben, noch ehe wir diesen Gedanken zu Ende gedacht haben, schon den ersten Brief geöffnet. Und dann noch einen und noch einen. Ich sage nicht, dass es einfach ist, sich von solchen Impulsen leiten zu lassen. Oftmals bin ich danach sehr erschöpft, da sich eine Menge Adrenalin bei mir freisetzt, aber gleichzeitig wird man mit der Erleichterung belohnt, es endlich hinter sich gebracht zu haben. Auch wenn das nicht unbedingt nach Wunscherfüllung klingt – es sei den, in dem Stapel aus Briefen befand sich ein Scheck – aber sich Erleichterung zu verschaffen ist genau das, denn es trägt zu dem Wunsch bei, sich besser zu fühlen. ICH WILL MICH GUT FÜHLEN.

Wahre Impulse setzten Handeln ohne Denken voraus

Ein echter Impuls hat etwas benebelndes an sich. Er vernebelt die rationellen Sinne und steuert dich einfach so in Situationen hinein und durch sie hindurch. Man könnte auch sagen, das innere Selbst, das deine Herzenswünsche wirklich kennt, übernimmt einfach mal das Steuer und hat dich, mit deinem ewig nervenden Bewusstsein, ganz einfach vor die Tür gesetzt.

Geschichten die mein Leben schrieb

So befand ich mich zum Beispiel eines Tages an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach Las Vegas. Mit 100 Euro in der Tasche, einer Hotelbuchung für mehrere Nächte in einem 5 Sterne Hotel, Kreditkarten, die hoffnungslos überzogen waren, und dem Gefühl „Klappt schon“. Und es war nicht nur das Gefühl, dass mit diesen beiden Worten wirklich alles gesagt war – es war wahrhaftiges Wissen, das mir eine unglaubliche Sicherheit vermittelte.

Ich hatte mir diese Reise so sehr gewünscht, da ich dort Leute wieder treffen wollte, die mir wichtig waren, und sie war auch wichtig für mich und meine Erfahrung, dass das „Klappt schon“ wirklich auch für mich galt, egal, wie sehr sich die Logik breit machen wollte. Alle Buchungen und Arrangements traf ich vorab aus einem Impuls heraus, vollkommen auf Autopilot gestellt. Wobei ich auch dachte „Hoioioi, das Hotel kostet 700 Euro, und die wollen die am Ende auch von dir haben. Ich weiss nicht, ob ich das will“, um dann, wie fremdgesteuert, doch auf „verbindlich buchen“ zu klicken. „Klappt schon“

Und es klappte, ohne wenn und aber. Ich fühlte mich großartig. Nichts konnte mir geschehen, und ich wurde zu meiner persönlichen Freude sogar in einer Limousine abgeholt. Immerhin war ich in diesem Moment der größte VIP, den es für mich auf Erden gab, und das verstärkte mein Gefühl zu mir selbst noch. Mein vermeintliches Problem, das ich glaubte, im Hotel zu bekommen, die natürlich eine Kreditkarte zwecks Garantie wollten, löste sich einfach dadurch auf, dass meine Freunde das erst einmal übernahmen. Sie nahmen mich an die Hand, sorgten für ein Upgrade im Hotel, schließlich war ich mein VIP, luden mich zum Essen ein, und sponserten mir einige Runden am Spielautomaten, zu dem ich, aus einem neuerlichen Impuls heraus, später alleine mit meinem bisschen Geld zurück ging, und dann soviel gewann, dass ich meinen Hotelaufenthalt am Ende in bar bezahlen konnte.

Die ganze Zeit war ich voller Urvertrauen, dass ich sicher war und dass ich darauf bauen konnte, dass sich meine Wünsche erfüllten und ich so einen sorgenfreien Aufenthalt erleben würde.

Wahre Impulse lassen sich nicht erzwingen. Sie geschehen einfach.

Wenn ich daran zurück denke, fühle ich mich großartig, auch wenn sich das Gefühl reinen Urvertrauens, das mich damals begleitete, nicht mehr ganz dabei einstellt, und in der Form habe ich es auch noch nicht wieder erlebt. Ich möchte es so gerne wieder spüren. Permanent versteht sich. Das Urvertrauen lähmt die Ängste und Sorgen und schafft es am Ende, sie im Keim zu sticken. Es ist ein wunderbares, sehr erfüllendes Gefühl.

Jeder, der die großartige Erfahrung gemacht hat, einem Impuls gefolgt zu sein, und damit wahrhaftige Wunscherfüllung zu erfahren, wünscht sich diesen Moment zurück.

Genau dieser Wunsch nach weiteren Erlebnissen dieser Art lässt, wie ich bereits schrieb, diese trügerischen Impulse aufkommen. Es soll wieder so sein wie damals – denn es war wunderschön, es zu erleben.

Deshalb glauben wir, einen Impuls zu haben, der sich am Ende nicht als echt herausstellt, weil er durch dieses „unbedingt wollen“ in unserem Bewusstsein ausgelöst wurde, und nicht von innen heraus von unserem Unterbewusstsein. Er wurde durch Ungeduld kreiert, denn wir wollten handeln und jetzt endlich den Impuls dazu haben. Hier und jetzt – ganz unbedingt – und bloß nicht länger warten. Das sind die lauten, aggressiven Impulse – aus Ärger, Verzweiflung, Wut, Angst. All diese niedrigen Schwingungen können auch Impulse auslösen, aber sie sind, wie gesagt, laut, aggressiv, gemein und lösen viel Denken aus oder folgen dem Denken, während die stillen Impulse uns gedankenlos machen. Oft ist es so, dass wenn du einem stillen Impuls nicht sofort folgst und anfängst zu denken, dann ist die Chance oft vertan. Wobei er auch wieder kommen kann und nicht unwiederbringlich verloren ist.

Eines vom Bewusstsein kreierten Impulses können wir uns also immer sicher sein. Angetrieben von den Worten IMPULS, IMPULS rennen wir los, um dann wenig später zu der Erkenntnis „Huch?? Wand????“ zu gelangen.

Wie oft dachen wir, dass wir einem Impuls folgten, Lotto zu spielen, aber der Gewinn stellte sich nicht ein?

Wie oft schrieben wir unserem Partner, ob nun positiv oder negativ, aus einem vermeidlichen Impuls heraus, und die Reaktion, die folgte, war weit entfernt von dem, was wir uns davon versprochen hatten?

Wie oft haben wir etwas gekauft, aus einem quasi Impuls heraus, und redeten es uns schön, dass wir das Geld dafür schon bekommen würden; schliesslich hatten wir ja einen Impuls und das Gefühl, dass wir es schon so lange so unbedingt haben wollten, spielte dabei natürlich keine Rolle, und am Ende standen wir da mit der Rechnung und ohne Geld?

Der Trick liegt einfach darin, ein Gespür für seine inneren Signale zu entwickeln, die Zeichen richtig zu deuten, um dann sagen zu können „Netter Versuch, aber ich habe beschlossen, meinen Kopf zu behalten und mich nicht mehr in die Irre leiten zu lassen!“ Und das ist ein Lernprozess,der ein wenig Zeit beanspruchen wird.

 

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