Fang noch mal von vorn an

Wer meinen Blog schon kennt, wird feststellen, dass ihn aktuell in erster Linie eines ausmacht. Er ist LEER. Und dafür gibt es eine kurze, aber ganz einfache Erklärung: Technik! – und sie hat ganz klar und eindeutig gewonnen. Natürlich war ich im ersten Moment geschockt und habe noch versucht zu retten, was zu retten war. Aber es hat nicht funktioniert. Schlussendlich habe ich aber gesagt: Gut, dann ist es halt so. Ich kann es nicht ändern.

Ich frage nicht mehr nach dem Warum und trauere auch dem Alten nicht hinterher. Wozu auch? Die Vergangenheit ist vergangen.

Dann fange ich noch einmal von vorne an. Es wird schon seinen Sinn haben, und auch wenn sich der Sinn mir jetzt in diesem Moment noch nicht ganz erschließt, eines Tages werde ich wissen, warum es passiert ist und wofür es gut war.

Noch besser: Positiv denken ist angesagt. Ich sehe das, was geschehen ist, als eine Art Antwort auf eine Frage – auf eine Chance auf etwas Neues, und damit etwas Altes gehen zu lassen.

Die Tage zuvor hatte ich mich ernsthaft mit der Frage beschäftigt, wie es denn eigentlich weiter gehen soll in meinem Leben. Was erwarte ich und was sind meine Pläne und Träume, die es zu verwirklichen gilt.

Ich hatte eigentlich eine neue Idee für ein Projekt gehabt und war eifrig dabei gewesen, es in die Tat umzusetzen. Und mit einem Mal habe dann wohl zwei neue Projekte.

Einen Blog wieder komplett neu zu designen und einzurichten benötigt doch mehr Zeit, als ich vermutet hatte. Hauptsache ist, dass das Endresultat genau so gut wird, wie ich es von mir erwarte, und dass ich letztendlich Freude daran haben werde.

Phantasie ist nicht Ausflucht. Denn sich etwas vorzustellen, heißt, eine Welt bauen, eine Welt erschaffen. Eugène Ionesco

Mein Problem ist einfach nur, dass es mir nicht gelingen will, das Resultat, das in meiner Fantasie schon ausgreift ist, ganz einfach und schnell in die Realität zu übertragen. Ich bemerke da eine gewisse Ungeduld mit mir selbst darüber, dass ich so vermeintlich langsam bin. Wie schön wäre doch eine Maschine, die den Inhalt des Kopfes kopiert und ihn so real werden lässt. (Anmerkung – die gibt es, nennt sich Law of Attraction lol). Zumal mir aufgefallen ist, dass es im Kopf immer so perfekt ist und sich dennoch in der Realität nicht so umsetzen lässt. Es kann doch nicht sein, dass ich etwas Perfektes im Kopf habe und bei der Realisierung dann Abstriche ala „Naja so, oder so ähnlich“ machen muss.

Wie damals im Kunstunterricht. Malt euer Lieblingstier. Im Kopf war das Bild perfekt, aber das Ergebnis, dass man dann auf das Blatt Papier gebracht hatte, war eher enttäuschend und entsprach manchmal nicht einmal ansatzweise dem, was ich mir vorgestellt hatte. Warum ist das so? Warum schaffen die Hände es nicht, die Vorlage im Kopf einfach in die Realität zu übertragen? Ich würde sagen: „Ganz klar. Der Lehrer war Schuld!“ Er war nicht in der Lage, aus mir einen Van Gogh zu machen, und so ähnelte das – in meinem Geiste so anmutig über die Wiese galoppierende – Pferd meist einem bedauernswerten Hasen.

Ich bin ja auch bereit zu lernen und zu üben, aber irgendwann muss doch auch mal gut sein. Was bitte hindert meine Hände daran, das Bild so zu übertragen, wie es sich mein Geist vorstellt? Sie wissen doch was ich will, und ich kann keine Einschränkungen in ihrer Funktionsweise feststellen. Was bitte hindert sie daran, ihren Auftrag ohne Wenn und Aber auszuführen.

Damit beschäftigt, alle seine Körperfunktionen bewusst zu kontrollieren, konnte man ihn mit einem Jongleur vergleichen, der versucht, achtzehn Teller gleichzeitig in der Luft zu halten. Oder mit jemandem, der seinen neuen Videorecorder programmieren möchte und dabei auf ein Handbuch angewiesen ist, das von einem koreanischen Reisbauern aus dem Japanischen ins Niederländische übersetzt wurde. Er lernte die wahre Bedeutung des Ausdrucks „Selbstbeherrschung“ nun erst kennen.

Wie jetzt zum Beispiel. Ich habe mich dazu entschlossen, wieder mit dem 10-Finger System zu schreiben, damit die Wörter besser fließen können. Ich hatte es damals in der Schule zwar gelernt, aber im Laufe der Jahre habe ich mich eher auf das 6-Finger System konzentriert. Nun übe ich seit geraumer Zeit, und immer wieder passiert es, dass meine Finger mit „Ja, wir wissen das du an D gedacht hast. Wir haben uns aber für S entschieden“ reagieren. Was soll das? Ich denke D und gedrückt wird S. Eindeutiger Ungehorsam meiner Finger und damit eindeutig nicht akzeptabel.

Und dann frage ich mich – wenn meine Finger mir schon nicht Folge leisten wollen – wie soll das dann bei einem ganzen Universum, bzw. einer kompletten Gestaltung meiner Realität, funktionieren.

Natürlich könnte ich jetzt nicht um eine Ausrede verlegen sein und mich hinter „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ verstecken. Das bringt mich aber nicht weiter. Es ist nur eine blöde Ausrede die, wenn man sie genauer betrachtet, eigentlich nur suggeriert, dass ich es nie in den Meisterhimmel schaffen werde und der ewige Dauergeselle sein werden. Ich will lernen und ich will in dem, was ich tue, auch erfolgreich sein.

Bis Ende des Monats habe ich mir vorgenommen, dass beide Projekte ordentlich funktionieren sollen. Bis dato bedarf es nur einwenig Geduld – Ich mache gerade meinen Meister.

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2 Kommentare:

  1. Liebe Tina,
    scheint gerade um sich zu greifen, dass einem etwas Wichtiges einfach weggenommen wird. Etwas, in das man jahrelang Zeit und Geld investiert hat und bei dem man meinte, es gehört zu einem. Bei mir das Auto… Tja, was will es mir sagen? Dass ich Platz schaffen muss für etwas Neues? Und schon poppen die alten Gedankenmuster hoch. Wie soll das gehen, was ist mit der ganzen Mühe, die man da reingesteckt hatte. Und warum halte ich eigentlich so dran fest?
    Ich bin auch noch am Überlegen, aber die Antwort wird kommen. Ich denke mal, und das gilt auch für deinen Blog: neu anfangen, alte Energien gehen lassen, Platz haben.

    Sind wir gespannt, was auf uns wartet!

    LG
    Sybille

    • Liebe Sybille,

      ich freue mich das du geschrieben hast. Dein letzter Hinweis – die Energien gehen zu lassen – trifft das was ich tief drin in mir fühle ganz genau. Es ist Zeit für etwas neues und großartiges.

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