Gedankenübertragung – Schatzi mach mal piep

Seitdem ich Schatzi als Mitverursacher meines Getriebeschadens enttarnt habe, finde ich Schatzi irgendwie blöd. Er scheint meinen inneren Appell an meine Selbstfindung gehört zu haben und fordert mich nun ungehemmt heraus. Aber ich will nicht. Ich bin bockig und schmolle. Warum muss ich immer die Arbeit machen? Soll er sich ändern, dann ist doch alles gut. Ich würde viel lieber Geld machen.

Und so schiebe ich es vor mir her und tue wahnsinnig beschäftigt. Es gibt viel Wichtiges zu tun. Ich könnte zum Beispiel mal so etwas wie Haushalt machen! Oder – da es nicht so aufreibend ist wie Haushalt – Bildchen und Videos auf Facebook anschauen. Und das nimmt viel viel Zeit in Anspruch, denn davon gibt es eine ganze Menge. Und das jeden Tag! Außerdem muss ich viele Artikel darüber lesen, wie ich in 5 Schritten zum garantierten Erfolg komme. Ganz einfach soll das ja sein. Summiere ich die Zahl der Schritte, die ich bisher gegangen bin, komme ich zwar auf ein weitaus höheres Ergebnis, aber das ist leicht erklärt. Ich hatte halt die Laufschuhe Modell „lauf auf der Stelle“ an.

Ich könnte mich aber auch, so wie jetzt in diesem Moment, weiter damit beschäftigen Unsinn aufs Papier zu bringen. Also mahne ich mich selbst zu mehr Selbsterkenntnis und Ernsthaftigkeit. Da hätten wir also:

Erkenntnis 1 – Schatzi ist blöd.
Erkenntnis 2 – such ich noch, also Platzhalter.
Erkenntnis 3 – Schatzi liest meine Gedanken.
Erkenntnis 4 – man kann auch alles übertreiben. Zuviel Erkenntnis ist nicht gut fürs Gehirn. Es könnte überhitzen.

1-2 oder 3? Nehmen wir Erkenntnis 3 – Schatzi liest meine Gedanken

Anders ausgedrückt – Gedankenübertragung funktioniert. Irgendwie, aber sie funktioniert! Ja, und wie genau? Diese Frage kann ich nicht logisch beantworten. Kann ich sie überhaupt beantworten? Ja, da war mal was mit der Schwingung. Schwingung, die imaginäre Telefonleitung, die jeden mit jedem, und alles mit allem, verbindet. Das neue LTE Netz der Telekom ist ein Witz dagegen. Der Begriff High-Speed bekommt dabei eine ganz neue Bedeutung. Schneller als das Licht – Vergleichbar mit der Dunkelheit.

Das Licht glaubte zwar, schneller als alles andere zu sein, aber da irrte es sich. Ganz gleich, wie schnell es dahin raste: Die Dunkelheit erreichte das Ziel immer eher und wartete dort bereits.

Schatzi und ich hatten einen Disput. Grund: Meine Erwartungen und Ängste, die jetzt aber nichts zur Sache tun. Siehe oben – ich bin ja bockig und ich will mich partout nicht damit auseinander setzen.

Am ersten Abend wollte ich unbedingt das leise Gefühl von Hoffnung, dass er sich vielleicht doch wieder bei mir meldet, nicht zulassen. Ich wollte solche Gedanken nicht denken und hören. Ich habe dieser leisen Stimme, die von Hoffnung sprach, den Mund verboten. Ich wollte nicht hoffen, da ich 1. keinen Bock darauf hatte enttäuscht zu werden 2. den Absprung von ihm nicht unnötig verzögern wollte. Ich wollte Schluss Ende Aus. Ich wollte vergessen, ohne das Loszulassen auszulösen. Ich wollte nicht, dass er zurück kommt.

Den zweiten Tag habe ich dann in einem Wechselbad der Gefühle verbracht, und irgendwann habe ich aufgegeben und der leisen Stimme, die von Hoffnung sprach, doch Gehör geschenkt. Gemeldet hatte er sich nicht, aber das spielte keine Rolle in dem Moment, wo ich mich ruhig auf einen Hocker setzte und in Gedanken ein Gespräch mit ihm begann.

Ich konnte seine Stimme ganz klar hören. Wir sprachen über den Disput und darüber, dass wir uns vermissen. Wir redeten und redeten etwa eine viertel Stunde. Sprachen über all das Unausgesprochene. Am Ende des Gesprächs fragte ich ihn noch, ob er vorbei kommen wolle. Ich hätte noch was zu essen zu Hause, das ich jetzt anrichten würde.

Dann stand ich auf und begann, die Küche unsicher zu machen. Eine halbe Stunde später sah ich auf mein Handy. Ich hatte eine Nachricht, die ich nicht gehört hatte, und die ganz eindeutig mit 15 Minuten Verspätung zugestellt wurde. „Hi, wie gehts“ hiess es da. Ursprünglich abgesendet zu dem Zeitpunkt als ich mein Gespräch führte. Aufgehalten von etwas, das ich an dieser Stelle mit höherem Selbst betiteln möchte, damit unser Gespräch, das wir im Geiste führten, nicht gestört wird.

Er wäre gerne noch zum Essen gekommen, läge aber bereits seit 5 Minuten im Bett, da er sich noch krank fühlte. Aber morgen.

Es ist eigentlich unerheblich, dass er nicht mehr kam. Natürlich hätte ich mich darüber ärgern können, nicht 5 Minuten eher auf das Telefon geschaut zu haben, dann wäre er noch nicht im Bett gewesen. Aber diesen spannenden Moment mit Ärger wieder zerstören? Welchen Zweck hätte dann die ganze Übung gehabt?

Gut fühlen oder ärgern? Ich entschied mich für Ersteres, sah, dass es gut war, und genoss die Erfahrung.

Ich möchte jetzt explizit darauf hinweisen, dass ich dieses Gespräch nicht geführt habe, um etwas zu bewirken. Auf die Gefahr hin, dass sich gleich viele arme, verlassene Seelen in Not hinsetzten und sich vorstellen, wie sie mit ihrem Ex Partner reden. Dann aufspringen um zu schauen, ob die lang ersehnte Nachricht schon eingetroffen ist – das funktioniert nicht!

Solch ein Gespräch zu führen, nur um sich gedanklich etwas zu befreien, kann heilsam sein, aber der Fokus sollte immer darauf liegen, sich selbst damit etwas Gutes zu tun, und nicht darin, etwas zu bewegen und sich in letzter Konsequenz damit zu schaden.

Aber es geschieht momentan so häufig, dass es schon unheimlich ist.

Ich hab grad an dich gedacht“ Es sind diese typischen Beispiele, in denen sich diese Schwingung zeigt. Beiläufige Gedanken, und schon kurze Zeit später, wenn nicht sogar im selben Augenblick, klingelt das Telefon. Es sind die Momente, in denen ich unbewusst das Telefon zur Hand nehme, und in dem Moment piept, summt, oder vibriert es. Es geschieht so prompt, dass ich erschrocken das Telefon wegwerfe. Es geschieht auf einer anderen Ebene, denn in dem Moment sind alle die Leitungen offen.

Die Information, „Hallo, ich denke grad an dich und rufe an“, wird mir schon vorher zuteil, noch ehe die Technik reagieren kann. Daraus resultiert der scheinbare unbewusste Griff zum Telefon. That’s Magic.

Die Gedanken waren so einfach und sauber und zweckbestimmt wie eine nackte Klinge.

Der Trick liegt im Denken ohne Hintergedanken. Ohne den Wunsch, wirken und bewirken zu wollen. Darin, zu erlauben, dass einem etwas oder jemand spontan in den Sinn kommt, und diesen auch wieder gehen lässt. Den Gedanken nicht fest zu halten, denn daraus resultieren meinst unweigerlich Erwartungen.

Natürlich habe ich es bewusst probiert. Mal sehen ob er sich meldet – spasseshalber, und weil es ja spannend ist. Aber es hat nicht funktioniert. Bewusstes Bewirken ist viel zu nahe am Erzwingen. Ich kann die Realität eines anderen Menschen nicht beeinflussen. Daher ist es einfach ausgeschlossen, den Anderen gedanklich zu etwas zu bewegen, dass dieser nicht will.

Und wer denkt denn jetzt zuerst an wen? Ist es wichtig, das zu wissen? Ich denke, manchmal empfange ich seine Gedanken, wenn er gerade an mich denkt, so dass er kurz in meiner Schwingung aufblitzt, und umgekehrt wird es genauso sein. Denke ich an ihn, blitze ich kurz in seinen Gedanken auf. Es sind keine handlungsorientierten aktiven Gedanken. Nur kurze Impulse. So in etwa erkläre ich es mir.

Auch wenn das für einige möglicherweise ganz toll und wünschenswert klingt: Es hat mich meinen Katalysator gekostet.

Mein Katalysator war das Briefe schreiben. Immer wenn ich mich mir Luft verschaffen wollte, schrieb ich Briefe. Nur für mich, ohne Hintergedanken, ohne etwas bewirken zu wollen. Einfach nur um durch zu atmen, Dampf abzulassen und zu schauen, was ich will und was nicht.

Mit meinem letzten Brief habe ich bei ihm wohl ein Blitzlichtgewitter in seinen Gedanken ausgelöst, so dass er unvermittelt anrief. Ich hatte das nicht beabsichtig und war irritiert, und noch irritierter war ich über das Gespräch an sich. Ich starrte ungläubig auf meinen Brief. Das war kein Brief – das war ein Script! Wir sprachen genau über das, was ich kurz zuvor niedergeschrieben hatte. Sogar die chronologische Reihenfolge stimmte. Und ich hatte nicht nur Nettigkeiten aufgeschrieben. Entsprechend unnett war der Verlauf.

Seltsame, völlig ungewohnte Gedanken wanderten über nur selten benutzte neurale Pfade und orientierten sich mit Hilfe neuer Wegweiser. Er wartete gespannt darauf, welche Ziele sie anstrebten.

Ich war erst irritiert, dass sich so ein Kanal auftut, aber dann begriff ich – Ich wollte Law of Attraction – und ich bin mitten drin. Das, was ich denke, manifestiert sich in meinem Leben. So klar und rein, und ich sehe zum ersten Mal sehr deutlich, zu was ich wirklich fähig bin. Es ist kein Fluch, der auf mir lastet, ich habe eine besondere Gabe. Meine Gedanken werden Realität.

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3 Kommentare:

  1. Hallo Tina,
    das ist mal ne Erfahrung, da bin ich einfach platt. Das hat ja schon was Magisches! Wenn sich das bei dir noch weiter entwickelt, wovon ich ausgehe, ist ne Menge Potential da, das sich jetzt Bahn bricht!
    LG
    Sybille

  2. Hallo Sybille,

    ja es wird immer kurioser. Darüber habe ich hier noch ein paar Artikel in der Pipeline. Ich hoffe das ich das auf alle Bereiche ausweiten kann, die mir fast schon wichtiger sind.

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