Der Schuldige Schuft – Let’s fetz – Ich war es nicht!

Bitte, bitte lass mich einmal, einfach nur einmal, die Schuld woanders suchen. Und zwar beim schuldigen Schuft. Der war’s. Ich war das nicht.

Ich – Frau – Launisch

Hand aufs Herz – ich schreibe es jetzt so, wie ich es empfinde. Ich bekomme Pocken bei dem Gedanken, vollkommen glückselig über bunte Blumenwiesen zu hüpfen und Peacezeichen in den Augen zu haben. Ich will auch mal Gänseblümchen ausrupfen!

Das Geheimnis eines richtig guten Streits schien darin zu bestehen, der anderen Person so wenig wie möglich zuzuhören.

Was ist nun schon wieder los? Gestern war es wieder so weit. Alles war wieder rosablind vernebelt und in bester Harmonie. Nett, liebevoll – alle Zeichen standen auf Liebe. Und eine Sehnsucht erwachte in mir, und erschuf den Wunsch nach… Krawall.

Und der schuldige Schuft in mir fühlte sich direkt angesprochen: „Ey komm, lass uns stänkern. Hab ich Bock drauf!“ Ja, das entsprach den Gefühlen die sich in mir regten. Ich wollte stänkern und rumpöbeln. Mir war so richtig danach!

Und ich hatte Erfolg. Der schuldige Schuft spielte sich so richtig in Rage. Und schnell wurde aus Spass Ernst, und ehe ich mich versah, bekam ich ordentlich eins zwischen die Hörner.

Die Folge: Kopfschmerzen, und die klare Feststellung: „Das ist jetzt voll aus dem Ruder gelaufen. Dass es so endet, das wollte ich nun auch wieder nicht.“

Immer diese Steinlawinen, die am Ende das Haus der Beziehung, das man gerade wieder aufgebaut hat, kaputt machen. Ich hab wirklich nur ein kleines Steinchen los getreten. Ich schwöre. Dass der Hang nicht befestigt war und so alles schnell ins Rutschen geraten könnte, das habe ich vergessen.

Ursachenforschung:

  • Schatzi ist ein Mann – Er ist Schuld. Ha, und damit wäre der Fall gelöst- ich brauch nicht weiter in meinem angeschlagenen Gemüt zu graben
  • Ich bin eine Frau – Frauen dürfen das. Die müssen das sogar. Vollkommen naheliegende Erklärung

 

Seufz, jaja, ich weiss. GDA. Ungleichgewicht in mir. Innere Verbundenheit, usw.

  • Ich erlaube mir keine glückliche Beziehung. Zumindest nicht länger als 2 Tage.
  • Ich glaube daran, dass mir keine glückliche Beziehung passieren darf.
  • Ich erlaube mir keine glückliche Beziehung und möchte nicht akzeptieren, dass Menschen es ehrlich mit mir meinen und mich dazu auch noch mögen.
  • Ich setze alles daran, eine nicht harmonische Beziehung zu führen.
  • Ich sorge dafür, dass ich am Ende auf jeden Fall unglücklich bin.
  • Ich bin es nicht wert, eine glückliche Beziehung zu führen.
  • Ich bin nicht wertvoll und habe keinen Kontakt zu meiner inneren Führung.
  • Ich will ihm weh tun, denn ich ertrage es nicht, dass er glücklich ist – mit mir. Daher tue ich ihm weh, um in letzter Konsequenz damit mir weh zu tun.
    Diese Erkenntnis nagt an mir. Ist es jetzt zulässig oder nicht, zu sagen, dass mir das wirklich leid für ihn tut. Das hat er auch nicht verdient.

 

Super! Dafür affirmiere ich fleissig jeden Tag vor mich hin, dass ich doch liebenswert bin. Das bringt es ja voll.

Konsequenz:

Schatzi ist echt angesäuert. Er hat, bzw. Hatte, beschlossen, dass wir besser getrennte Wege gehen. Wobei, ganze ehrlich, das war von seiner Seite kein gezielter Schlag, mit der Absicht, uns ko gehen zu lassen. Hat seinen Zweck dennoch erfüllt. Ich bin angezählt und hab gut einen mitbekommen. Grund genug, um zu jammern. Ich war wieder einmal mit mir und der Welt im Allgemeinen sehr unzufrieden. Wenigstens ging es mir wieder schlecht. Glaubenssätze und innere Erwartung zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Den schuldigen Schuft habe ich erstmal mit einem Sicherheitsschloss in seine Box gesperrt, und dafür das Unschuldslamm raus gelassen. Ja, ich bin voller Reue.

Manchmal fühle ich mich wie eine außer Kontrolle geratene Flipperkugel.

Ganz ehrlich, Schatzi tut mir manchmal wirklich leid (ergo – ich tue mir selber leid). Er ist wirklich kein schlechter Kerl. Er ist auch sehr geduldig, und es ist schon bewundernswert, wie er mich manchmal erträgt. Meistens lässt er mich rumflippern, bis ich wieder in ruhigen Bahnen laufe, und kommt dann wieder. Aber manchmal gebe ich einfach keine Ruhe.

Weisheit kommt aus Erfahrung, und Erfahrungen sind oft das Ergebnis mangelnder Weisheit

MOMENT mal!

Es ist seine Erwartung, welche Erfahrungen er mit mir macht?
Kann ja nicht sein, weil er sagt immer, dass er Harmonie möchte, und wenn ich grad mal harmonisch bin, dann betont er immer wieder, wie schön es ist.

Ich verhalte mich entsprechend seiner Erwartung?
Erwartet er etwa grundlegend DISharmonie?

Soll das heißen, dass ich gar nicht anders kann?
Das gefällt mir. Im Geiste streichle ich mein Unschuldslamm. Man könnte so schön alles von sich weisen.

Aber nein, ich bin in der Entwicklung. Nur weil er etwas erwartet, muss ich mich nicht so verhalten, und so schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wenn ich meine Glaubenssätze ändere, ändern sich zwangsläufig seine, aufgrund neuer Erfahrungen. Ich übernehme die volle Verantwortung, für uns beide. Das hat er sich mal verdient. Also übe ich mich weiter und affirmiere vor mich hin.

 

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Ein Kommentar:

  1. Du, das hab ich auch das Programm: Nach 2 Tagen kommt so ein Hirsch und röhrt mir in meine Harmonie rein.
    Aber bei mir sind das wirklich immer die anderen! Ich hab nicht angefangen, ich schwör!
    Biete ich also nur eine Zielscheibe für deren innere Disharmonien? Und es geht mich gar nix an? Aber warum dann immer bei mir? Hat mir so ein Witzbold einen Zettel an den Rücken geheftet? „Frust? Kannste bei der ablassen!“ Boah.

    Vielleicht verlangt mein Höheres Selbst auch nur mal, dass ich ordentlich auf den Tisch haue. Weil zu viele Harmoniegänseblümchen in meinem Vorgarten wachsen.

    LG Sybille

    PS: Bin im Baumarkt, kauf mir jetzt einen winterharten Kaktus..

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